Karyogramm einer freien Trisomie21
Aufkleber-Down-Syndrom

 

Der behinderte Sonnenstrahl

Wir möchten auf das Buch von Otwin Bredel aufmerksam machen. Otwin Bredel, ein waschechter Saarländer, Jahrgang 1929, bekommt 1967 Zwillinge - zwei Jungs. Frank leitet heute eine Presseagentur und Ralf hat sein Glück in einer Werkstatt gefunden und wohnt dort im angeschlossenen betreuten Wohnhaus.

 

 

Zwei ungleiche Zwillinge,
die durch dick und dünn gehen

 

Der eine lebt mit einer schweren Behinderung, der andere lebt vor, was Fürsorge bedeutet: Über seine Zwillingssöhne Ralf und Frank Bredel hat Vater Otwin ein sehr persönliches Buch geschrieben.

 

 Saarbrücken. Ralf Bredel ist jetzt weg von daheim. Nach langer Vorbereitung aus dem Saarbrücker Nest der Eltern Otwin und Franziska Bredel geflogen, mit 38 Jahren. Er wohnt jetzt dort, wo er immer schon arbeitet, bei der Lebenshilfe in Püttlingen, in einem Zimmer mit prächtiger Aussicht und vielen Schränken mit noch mehr Schubladen, in die er Autos und Zeitungsausschnitte von Show-Stars sortiert. Wer das Leben dieses nie wehleidigen, stets froh gemuten Menschen verfolgt hat – und dabei halfen schon viele Medien von Fernsehen bis Illustrierten mit – wird diesen neuen Lebensabschnitt des Ralf Bredel mit großem Interesse notieren.
  Ursprünglich sollte er ja nach Ansicht von „Experten“ eine geringe Lebenserwartung haben, wegen seiner schweren Behinderung: Down-Syndrom, auch Mongoloismus genannt. Heute ist er 41, und es gibt keinen Grund, warum er nicht über 70 werden sollte. „Ich bin doch nichts aus Zucker“, sagt er und freut sich auf den Küchendienst und die Arbeit in der Behinderten-Werkstatt. Er sortiert Gegenstände in Beutel. In der Theatergruppe gibt er einen Römer. Es ist immer was los in diesem Haus voller Menschen, und das ist ganz nach dem Geschmack von Ralf, der als Kind meist mit Bleistiften gespielt hat.
  Ralf Bredel, auch das ist noch nicht so bekannt, hat eine Freundin, über die bisher nichts verraten werden darf. Sein bester Freund bleibt aber sein gesunder Bruder Frank, Jurist und Chef der Foto- agentur Becker & Bredel. Es sind zweieiige Zwillinge, die nie im Leben auseinander waren und zusammen sogar schon in New York im Urlaub. Das hat sie noch enger zusammengeschweißt, zumal sich da noch etwas Symbolträchtiges zutrug: Eine U-Bahn-Tür trennte die Brüder, einer war drinnen, einer draußen. Frank Bredel: „Nicht auszudenken, was hätte passieren können,. Aber aus einem nicht bekannten Grund ging die Tür wieder auf.“
  Ralf kam übrigens etwas früher auf die Welt. Frank wuchs aber früh in die Rolle des großen Bruders , der den kleinen in allen Lebenslagen an die Hand nahm. Das ist bis heute so geblieben, auch im wahren Wortsinn. Wenn sie sic treffen, dann halten sie sich die Hände. Ralf kann zwar nicht lesen und schreiben, aber im Schwimmen und Tanzen ist er bis heute besser als Frank. Und der Vorsprung dürfte gehalten werden.
  Und neu ist schließlich ein Buch, das Vater Otwin Bredel über seine ungleichen Zwilingssöhne geschrieben hat, eine sehr persönliche, nahe gehende Schilderung, die Mut machen soll, ein behindertes Kind zu lieben und nach Kräften zu fördern.                   wp./SZ

  Das Buch: Der behinderte Sonnenstrahl“ ist unter der ISBN-Nummer 978-3-00-025533-5 im Buchhandel zu erhalten und kostet 16.80 Euro. Bei Bestellungen per E-Mail obredel@t-online.de geht das Buch portofrei auf dem Postweg zu.

Weitere Informationen im Internet unter: www.ottwin-bredel.de

henri
Louis